Fördermittel in den Bundesländern

Fördermittel in den Bundesländern

Paar in neuer Küche

Wer und was in Österreich in Sachen Wohnbau und Immobilien gefördert wird, ist nicht so einfach zu beantworten: In den neun Bundesländern gibt es teils höchst unterschiedliche Bestimmungen, wie die Wohnbau- und Sanierungsförderungen zu vergeben sind und leistbares Wohnen gefördert wird. In der Regel werden günstige Darlehen für Immobilien auf 25 bis 30 Jahre gewährt, teils gibt es sogar nicht rückzahlbare Zuschüsse. Die Einkommensgrenzen, bis zu denen eine Förderung möglich ist, sind allerdings durchwegs großzügig angesetzt.

Allen Bundesländern gemeinsam ist, dass für nachhaltiges, energiesparendes oder barrierefreies Bauen und Wohnen höhere Förderungen vergeben werden. Besonders detailliert - und in ihrer Gesamtheit entsprechend schwer zu erfassen - sind diesbezüglich die Bestimmungen in Niederösterreich. Interhyp hat die grundlegenden Ansätze recherchiert und weist Ihnen in diesem Überblick von Vorarlberg bis Wien den richtigen Weg durch den Förder-Dschungel beim Neubau eines Eigenheims (maximal 2 getrennte Wohneinheiten).

Vorarlberg

Die aktuelle Neubauförderungsrichtlinie im westlichsten Bundesland trat am 1. Jänner 2018 für zwei Jahre in Kraft und umfasst eine Basisförderung sowie ein Bonussystem. Die Basisförderung hängt vom jeweiligen Haushaltseinkommen des/der Bauherren ab, das in einem Mehrpersonenhaushalt bis zu 5.500 Euro monatlich betragen darf (netto, inklusive anteiligem Urlaubs- und Weihnachtsgeld).

Auch die Anzahl eventuell vorhandener Kinder wird berücksichtigt. Zudem finden nachhaltiges und barrierefreies Bauen Berücksichtigung in der Förderungsvergabe. In puncto Nachhaltigkeit zählen etwa die Vorbereitung des Wohnbaus für die Energieversorgung von Elektroautos, die Bereitstellung von Fahrradabstellplätzen oder auch ein Carsharing-Konzept. Die Basisförderung in Form eines rückzahlbaren Förderkredites liegt für ein Eigenheim bei 300 Euro pro m² förderbarer Nutzfläche und wird auf 35 Jahre bei einer Fixverzinsung von günstigen 1,75 Prozent vergeben. Für eine Wohnung in Mehrwohnungshäusern gibt es 700 Euro, für Zu-, Ein- oder Umbauten, Wohnungserweiterungen und Ersatzneubauten 800 Euro pro m². Gefördert werden z.B. bei 3 Personen bis zu 110 m², darüber hinaus pro weiterer Person 10 m² mehr.

Sanierungen werden gesondert gefördert. Details zur Förderung für Vorarlberg gibt es hier.

Tirol

In Tirol wurden die aktuell gültigen Förderbestimmungen zum 1. Juni 2018 beschlossen. Förderbar sind Eigenheime als "Wohnhaus mit höchstens zwei Wohnungen", aber auch Doppel- und Reihenhäuser bzw. Wohnungen in Wohnanlagen. Fördernehmer dürfen im Einpersonenhaushalt nicht mehr als 2850 Euro pro Monat verdienen (netto, inkl. anteiligem Urlaubs- und Weihnachtsgeld), für Vierpersonen-Haushalte steigt das zulässige Monatseinkommen auf bis zu 5350 Euro. Jede weitere Person darf dann noch bis zu 350 Euro zum Haushaltseinkommen beitragen.

Auch darüber sind Förderungen möglich, allerdings mit einem Abschlag von 25 Prozent pro angefangener 100 Euro zusätzlichem Monatseinkommen. Auch hier werden Förderkredite für bis zu 35 Jahre vergeben. Der Förderkredit ist in den ersten fünf Jahren zinsfrei, der Zinssatz steigt dann alle fünf Jahre um jeweils 0,5 Prozent bzw. ab dem 21. Jahr alle fünf Jahre um ein Prozent. In den letzten fünf Jahren steigt die Verzinsung nochmal um 1,5 Prozent auf dann insgesamt 5 Prozent.

Alternativ zum Förderkredit kann ein Wohnbauscheck in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses in Höhe von 35 Prozent des Förderkredites in Anspruch genommen werden. Zusätzlich werden einige Zusatzförderungen in Form von Zuschüssen gewährt z.B. Zuschuss pro Kind in Höhe von 2.500 Euro. Die Nutzfläche des geförderten Objektes muss mindestens 30 m² und darf maximal 150 m² betragen. Details zu den Förderbestimmungen für den Neu-, Aus-, Zu- und Umbau sowie für Sanierungsprojekte in Tirol gibt es hier.

Salzburg

Das Land Salzburg hat einen eigenen Förderrechner entwickelt, der zwischen Förderungen für die Einrichtung, den Immobilienkauf, die Sanierung und die Wohnbeihilfe unterscheidet. Die Förderung für die Errichtung im Eigentum ist für 2018 bereits ausgeschöpft und wird derzeit überarbeitet.

Die Wohnbauförderung erfolgt in Salzburg über einen einmaligen Zuschuss, der begünstigten Personen zusteht und beim Kauf von einem gewerblichen oder gemeinnützigen Bauträger 320 Euro je m² beträgt. Zuschläge gibt es für AlleinerzieherInnen und Jungfamilien (jeweils plus 50 Euro je m²) sowie für kinderreiche Familien (100 Euro je m²) sowie - in deutlich geringerem Ausmaß - für barrierefreies Bauen. Der so geförderte Wohnraum muss "25 Jahre lang förderungskonform genutzt werden" - ansonsten kann es eine (teilweise) Rückforderung geben. Alle Bestimmungen sind hier zu finden.

Oberösterreich

In Oberösterreich wird das Jahreshaushaltseinkommen (netto inklusive Urlaubs- und Weihnachtsgeld) für die Beurteilung der Förderwürdigkeit herangezogen. Als Einzelperson liegt die Grenze bei 37.000 Euro, für zwei Personen beträgt sie 55.000 Euro und steigt für jede weitere Person ohne eigenes Einkommen im gemeinsamen Haushalt um 5.000 Euro.

Gefördert wird die Schaffung von einem Haus bzw. einer Wohnung ab mindestens 80 m² Wohnfläche. Förderungswürdige Personen erhalten einen Zuschuss in Höhe eines Sechstels des geförderten Hypothekardarlehens, das die Oberösterreichische Landesbank vergibt. Für ein Darlehen von 74.000 Euro über 30 Jahre, so ein Rechenbeispiel, können bei einer variablen, aber nach oben gedeckelten Verzinsung aktuell knapp über 12.000 Euro lukriert werden.

Weitere Fördermöglichkeiten bestehen auch für eine Fixverzinsung in Höhe von 1 Prozent mit einem Zuschuss von bis zu 1,5 Prozent der Verzinsung bzw. über einen einmaligen, nicht rückzahlbaren Zuschuss in Höhe von 6 Prozent des geförderten Hypothekardarlehens. Mehr zu den oberösterreichischen Bau- und Sanierungsförderungen finden Sie hier.

Niederösterreich

Ein Online-Rechner gibt einen ersten Eindruck über den möglichen Anspruch, wobei die niederösterreichische Landesregierung "umweltschonendes und energiesparendes Bauen" belohnt. Dabei ist etwa die Heizung "grundsätzlich mit einer Solar- oder Photovoltaikanlage zu kombinieren". Förderungswürdig sind Jahreshaushaltseinkommen (netto, ohne Urlaubs- und ohne Weihnachtsgeld) von bis zu 40.000 Euro (eine Person) bzw. 65.000 Euro (zwei Personen). Für jede weitere Person im Haushalt darf das Jahreseinkommen um 8.000 Euro höher sein.

Ein Darlehen wird schließlich auf 27,5 Jahre gewährt. Die Rückzahlung erfolgt in zwei jährlichen Raten. In den ersten fünf Jahren müssen dabei jeweils zwei Prozent der Darlehenssumme pro Jahr zurückgezahlt werden, danach erhöht sich diese Rate im Fünfjahres-Intervall um jeweils ein Prozent des Darlehensbetrages.

Aufgrund der sehr detailreichen Förderbestimmungen und der vielen Möglichkeiten kann für Niederösterreich kein Förderungsrichtwert angegeben werden. Nähere Informationen und detaillierte Broschüren gibt es hier.

Kärnten

In Kärnten gelten Haushaltseinkommen bis zu 38.000 Euro (eine Person) bzw. 55.000 Euro (zwei Personen) als förderungswürdig, wobei je weiterem Haushaltsmitglied 6.000 Euro mehr dazu verdient werden dürfen (alle Angaben sind netto inklusive Urlaubs- und Weihnachtsgeld). Berücksichtigt werden sowohl die Nutzfläche der geförderten Wohnung bzw. vom geplanten Haus als auch die Umsetzung bestimmter Mindestanforderungen für die Heizungs- und Warmwasserversorgung.

Unter den passenden Voraussetzungen gibt es schließlich einen Förderungskredit über 30 Jahre mit einer günstigen Fixverzinsung von einem Prozent (bzw. 1,5 Prozent ab dem 21. Jahr). Weiters wird zusätzlich ein Annuitätenzuschuss in Höhe von 4 Prozent während der Rückzahlungsjahre 1-5 und in Höhe von 3 Prozent für die Rückzahlungsjahre 6-10 eines Hypothekarkredites oder Bauspardarlehens möglich. Alternativ zum Förderkredit mit Fixverzinsung und Annuitätenzuschuss wird ein nicht rückzahlbarer Einmalzuschuss in Höhe von EUR 7.000 oder bei Erreichen einer gewissen Energieeffizienzschwelle von EUR 10.000 gewährt. Die Basisförderung beläuft sich dabei auf eine Kreditsumme von 300 Euro je m² förderbarer Nutzfläche.

Boni sind zum Bespiel für besondere Energieeffizienz oder eine barrierefreie Bauweise möglich. Alle Details zur Bau- und Sanierungsförderung in Kärnten finden Sie hier.

Steiermark

Bis zu 34.000 Euro (eine Person) bzw. 51.000 Euro (zwei Personen) darf das förderungswürdige Jahreseinkommen (netto, inklusive Urlaubs- und Weihnachtsgeld) in der Steiermark betragen. Je weitere Person steigt die Grenze um 4.500 Euro, wobei wie in den anderen Bundesländern Einkommensüberschreitungen nur die Höhe der möglichen Voll-Förderung verringern.

Gefördert wird die Eigenheim-Errichtung entweder mittels eines nicht rückzahlbaren Förderbeitrags oder mittels Zuschuss zu einem Darlehen bzw. Kredit in fünffacher Höhe der Einmalzahlung, wenn die Laufzeit mindestens zehn Jahre beträgt. Der Einmal-Förderbetrag für das Eigenheim in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses beläuft sich auf 10.000 Euro für einen Einpersonenhaushalt oder 12.000 Euro für eine Jungfamilie. Für besondere ökologische Standards, den Bau in einer "Berg-Gemeinde" und andere Kriterien können zusätzliche Zahlungen lukriert werden.

Alternativ zum Einmal-Förderbetrag kann ein Zuschuss zu einem Darlehen oder Kredit eines Kreditinstituts in fünffacher Höhe des Förderungsbetrages ausbezahlt werden. Alle Informationen finden Sie hier.

Burgenland

Das Burgenland setzt als Förderbedingung für ÖsterreicherInnen bzw. EU-BürgerInnen, die ein Haus bauen bzw. allgemein Wohnraum schaffen wollen, voraus, dass diese "dringenden Wohnbedarf" haben. Weiters gibt die Landesregierung an, dass sich die Förderung "aus einem einkommensabhängigen Grundbetrag und möglichen Zuschlägen" zusammensetzt: "Grundsätzlich kann die Förderung 70 Prozent der Gesamtbaukosten (Wohnnutzfläche mal 1.200 Euro für Neubauten, 1.000 Euro für Aufstockungen bzw. Dachgeschoßaufbauten und 680 Euro für Dachgeschoßausbauten) betragen." Wobei der Grundbetrag einkommensabhängig gestaffelt ist und auf 40.000 Euro begrenzt ist. Die volle Höhe ist beispielsweise im Ein-Personen-Haushalt bis zu einem Jahresnettoeinkommen (netto, inklusive Urlaubs- und Weihnachtsgeld) von 23.000 Euro auszuschöpfen, für zwei Personen kann das Einkommen für bis zu 31.300 Euro betragen.

Für Sanierungen können bis zu 50 Prozent der anfallenden Kosten mit ebenfalls bis zu 40.000 Euro gefördert werden. Über den Grundbetrag hinaus sind verschiedene Zuschläge möglich. Die Förderung erfolgt als Darlehen für 27,5 Jahre bei günstigen Zinssätzen. Alles Weitere finden Sie hier.

Wien

"Die Wohnbauförderungsmittel des Landes Wien sichern die Bereitstellung leistbarer Wohnungen mit hohen ökologischen Standards. Zusätzlich ermöglichen sie Privatpersonen, dem Traum vom eigenen Heim mit Garten ein Stück näher zu kommen", informiert die Bundeshauptstadt. Förderungen gibt es für Bauträger von Wohnungshäusern und Heimen, sowie für Privatpersonen, die ein Eigenheim (auch in einem Reihenhaus) "auf Eigengrund" errichten.

Die Höhe des mit 1 Prozent fix verzinsten Förderdarlehens der Stadt Wien für die Errichtung von Eigenheimen und Eigenheimen als Reihenhäusern auf Eigengrund hängt unter anderem von der Wohnnutzfläche (höchstens 150 m²) ab. Gefördert wird mit 365 Euro je m² der angemessenen Nutzfläche, die wiederum von der Anzahl der Haushaltsangehörigen abhängt. Für eine Person beträgt sie 50 m², für zwei Personen 70 m² und für jede weitere Person jeweils 15 m² mehr. Bei Jungfamilien (kein Mitglied hat das 40. Lebensjahr vollendet) werden zusätzlich 15m² gefördert, es dürfen jedoch nicht 150 m² Nutzfläche überschritten werden.

Die Jahres-Einkommensgrenzen (netto, inklusive Urlaubs- und Weihnachtsgeld) reichen dabei 2018 von 52.020 Euro (eine Person) bzw. 77.500 Euro (zwei Personen) bis zu 97.900 Euro für vier Personen. Jede weitere im Haushalt lebende Person erhöht die Grenze um 5.710 Euro. Die Stadt Wien informiert hier über ihre Wohnbauförderungen.

Tipp: Unsere Experten kennen sich mit allen Aspekten der Baufinanzierung aus und beraten Sie individuell - auch zu verfügbaren Förderungen. Lassen Sie sich unverbindlich zu Ihrem Vorhaben beraten.

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