Sanierung: Kosten und Förderungen

Sanierung: Kosten und Förderungen

Paar renoviert Wohnung

Notwendige Sanierungen können ganz schön ins Geld gehen und werden deshalb gerne so lange wie möglich hinausgezögert. Damit steigt oftmals auch das Risiko: Ein undichtes Hausdach, das nicht saniert wird, kann irreparable Schäden am Dachstuhl verursachen. Und das wird dann richtig teuer. Sanierungsmaßnahmen tragen dazu bei, den Wert einer Immobilie zu erhöhen. Planen Sie Instandhaltungsmaßnahmen deshalb rechtzeitig und mit Bedacht. Vor allem bei größeren Investitionen in die Sanierung eines Hauses oder einer Wohnung lohnt sich der anschließende Wertgewinn.

Bei der thermischen Sanierung von Dach, Fassade, Fenster und Heizungsanlagen wird zusätzlich der Heizwärmebedarf gesenkt. Sie sparen also Energie und damit bares Geld. Das Einsparpotenzial beträgt zwischen 25 und – bei Umstieg auf eine thermische Solaranlage – bis zu 80 Prozent der ursprünglichen Energiekosten. Was viele nicht wissen: Sie können bei Sanierungen abhängig vom Bundesland mit Förderungen der öffentlichen Hand rechnen. Bei einer thermischen Sanierung, also etwa Dachdämmung, Fenster- oder Heizungstausch können unter Umständen sogar mehrere Förderungen beansprucht werden. Alles, was Sie zu Sanierung, Finanzierung und Förderungen wissen sollten, haben wir Ihnen im Folgenden zusammengestellt:

Wann ist eine Sanierung fällig?

Wann die Sanierung eines Gebäudebestandteils sinnvoll ist, hängt zum einen vom Alter ab, zum anderen aber auch von der besonderen Beschaffenheit der verwendeten Baustoffe sowie der Intensität der Nutzung. Die folgenden Beispiele zeigen auf, wie weit die übliche Nutzungsdauer variieren kann:

  • Heizungsanlagen: 10 bis 50 Jahre
  • Wasserleitungen: 25 bis 40 Jahre
  • Sanitäranlagen: 15 bis 40 Jahre
  • Elektroinstallationen: 20 bis 50 Jahre
  • Fenster: 20 bis 50 Jahre
  • Türen: 10 bis 50 Jahre
  • Fassade: 5 bis 40 Jahre
  • Dach: 20 bis 60 Jahre
  • Keller: 25 bis 60 Jahre

Informieren Sie sich daher bereits beim Bau oder Kauf einer Immobilie sehr genau, wie aufwendig die einzelnen Gebäudeteile erstellt oder bereits saniert wurden und wann welche Maßnahmen zur Sanierung anstehen.

Diese Erkenntnisse sollten insbesondere beim Kauf einer Immobilie entsprechend in die Kaufentscheidung und die Preisgestaltung einfließen. Damit gehen Sie im Vorfeld bösen Überraschungen aus dem Weg und vermeiden unter Umständen neue Ausgaben kurz nach der Finanzierung der Immobilie, weil anstehende Sanierungsmaßnahmen drohen.

Kosten der Sanierung

Die Bandbreite der Kosten für eine Sanierung ist in erster Linie abhängig von den verwendeten Materialien und davon, wie viel Sie selbst zur Sanierung beitragen können. Während Heimwerker für die Installation eines neuen Bades oder beim Einziehen neuer Elektroleitungen jedenfalls Fachexperten beiziehen sollten, ist die Verlegung eines neuen Parkettbodens mit etwas handwerklichem Geschick in Eigenregie möglich. Video-Anleitungen dazu finden Sie zum Beispiel ganz einfach auf Youtube oder auf den Webseiten der Baumärkte. Die nachfolgenden Kosten sind als Richtwerte zu verstehen und richten sich auch nach der Größe und dem Zustand des zu sanierenden Objekts:

1. Dachdämmung: rund 15.000 bis 20.000 Euro

2. Fensteraustausch: rund 12.000 Euro

3. Neue Einbauküche: rund 10.000 bis 15.000 Euro

4. Neues Bad: 10.000 bis 25.000 Euro

5. Heizungsaustausch: rund 15.000 Euro

6. Fassadendämmung: rund 20.000 Euro

7. Neue Elektrik: rund 10.000 Euro

8. Photovoltaikanlage: rund 15.000 bis 20.000 Euro

9. Neues Carport/Garage: rund 10.000 bis 30.000 Euro

10. Altersgerechte Sanierung: rund 15.000 Euro

Förderungen

Wie generell bei Förderungen in Österreich gibt es auch bei Sanierungen unterschiedliche Ansprüche auf Zuschüsse der öffentlichen Hand, die von Bundesland zu Bundesland variieren. Informationen zu den einzelnen Fördermaßnahmen und wie Sie sich dafür anmelden können, finden Sie zumeist auf den Websites der Landesregierungen oder auf der Informations-Website des Bundes.

Dort sind zumeist auch wichtige Kontaktadressen verzeichnet. Die Auflistung der nachfolgenden Informationen dient als Überblick, da es keine vollständige Liste aller Förderungen in Österreich gibt. Zwar ist eine so genannte Förderdatenbank immer wieder in Diskussion, umgesetzt ist sie aber noch nicht. Teilweise können mehrere Förderungen gleichzeitig für die angestrebte Sanierung gewährt werden, teilweise schließen sich die Förderungen gegenseitig aus, eine Abklärung hilft im Vorfeld.

Förderung des Bundes

Für thermische Sanierungen kann der so genannte Sanierungsscheck beantragt werden. Die Förderung bezuschusst Dachdämmungen, Fenster- oder Heizungstausch sowie die Dämmung der Außenwände. Die Förderung in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses bei Sanierung eines Ein- oder Zweifamilienhauses oder Reihenhauses beträgt von 3.000 Euro (Einzelbaumaßnahme) bis 6.000 Euro (umfassende Sanierung). Bei Umstieg von einem fossilen Heizsystem auf ein ökologisches Heizsystem gibt es zusätzlich 5.000 Euro.

Förderungen in den Bundesländern

Die Bundesländer fördern unterschiedliche Sanierungsmaßnahmen. Hier erhalten Sie einen Überblick:

Burgenland: Einkommensabhängige Förderung von umfassenden Sanierungen oder Althausankäufen bis maximal 40.000 Euro.

Kärnten: Zuschüsse zu thermischer Sanierung und zur Installation von Solar- oder Photovoltaikanlagen, Heizungstausch auf erneuerbare Energie/Heizungsoptimierungen.

Niederösterreich: Unter anderem Zuschüsse zur thermischen Sanierung, zur Installation einer Photovoltaikanlage oder für Maßnahmen zum barrierefreien Wohnen sowie Heizungstausch auf erneuerbare Energie. Zusätzlich wird der Ankauf von Althäusern gefördert.

Oberösterreich: Einkommensabhängige Förderung vor allem der thermischen Sanierung sowie den Zubau und / oder Einbau von zusätzlichen Wohnräumen bzw. Wohnungen zum bestehenden Wohnhaus.

Salzburg: Zuschüsse zur thermischen Sanierung, zur Sanierung von Bad, Elektroinstallationen, alten- und behindertengerechte Ausstattung, Solar- und Photovoltaikanlagen.

Steiermark: Vor allem Maßnahmen zur thermischen Sanierung und zu barrierefreiem Wohnen.

Tirol: Zuschüsse zur thermischen Sanierung, zu Photovoltaikanlage, Zu- und Umbauten oder für barrierefreie Ausstattung. Hier finden Sie ein Informations-PDF.

Vorarlberg: Förderung der thermischen Sanierung, von Elektro-, Wasser- oder Liftinstallationen, etc.

Wien: Gefördert werden unter anderem alten- und behindertengerechte Umbaumaßnahmen, der Einbau von Sicherheitstüren und Maßnahmen zur thermischen Sanierung.

Tipp: Informieren Sie sich rechtzeitig über bevorstehende Änderungen der Voraussetzungen bei der Fördervergabe, da dies Ihren gesamten Finanzierungsplan beeinflussen könnte.

Sanierungskredite

Es gibt unterschiedliche Darlehensformen, die Sie für die geplante Sanierung in Anspruch nehmen können. Ein kompletter Wohnkredit ist bei bestimmten Sanierungsmaßnahmen meistens nicht nötig.

Tipp: Die unterschiedlichen Förderungen decken insgesamt jeweils bis zu 50 Prozent der Kosten einer Sanierung ab. Sie sollten sich deshalb rechtzeitig vor dem Abschluss eines Sanierungskredits über alle Fördermöglichkeiten in Ihrer Region informieren, damit Sie die spätere Kreditsumme nicht höher als notwendig festlegen.

Interhyp bietet Ihnen persönliche Beratung für eine maßgeschneiderte Finanzierung, damit Sie geplante Sanierungsmaßnahmen zeitgerecht und ohne Verzögerungen umsetzen können. Fragen Sie Ihre Finanzierung unverbindlich an.

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